30.05.2018

Dolce Vita in Mugello

Es gibt Gefühle, es gibt große Gefühle und es gibt Dinge, Orte oder Erlebnisse, die muss man nicht erklären, weil allein das Wort ausreicht, größte Emotionen zu wecken. Wir lassen es uns deshalb ganz besonders zart auf der Zunge zergehen, den Zauber der italienischen Sprache einfließen und hauchen fast ehrfürchtig Mugello.

Autodromo Internationale del Mugello, so heißt der mitten in der wunderschönen Toskana gelegene spektakuläre Rundkurs im genauen Wortlaut. Und sagt man Mugello, meint man gleichzeitig auch die wohl bekannteste Italien-Legende Ferrari.

Mugello ist Vieles zugleich, zuallererst aber Eigentum der Autobauer mit dem Cavallino rampante, dem steigenden Pferd. Zahlreiche Formel 1-Testrunden wurden und werden hier gefahren, meist als atemberaubendes Erlebnis auch von erfahrenen Piloten bezeichnet. Denn die Strecke hat es in sich. Landschaftlich ein Traum, bettet sich der Circuit Mugello wie eine schlafende Schlange in die sanften Hügel der Toscana. Ab und an räkelt sie sich zufrieden, doch ist sie permanent in Bewegung, und wer nicht aufpasst, bekommt ihre Bisse zu spüren. Auf und ab, Kurven über Kurven, die hier so schnell zu fahren sind wie auf kaum einem anderen Kurs, präsentiert sich die serpente flessibile als Herausforderung und Augenschmaus zugleich.

Unsere Schwärmerei könnte ewig so weitergehen, so sehr sind wir in amore mit der bella sinuosa. Dabei möchten wir doch unseren eigenen, nicht weniger grandiosen Anteil am äußerst erfolgreichen ersten Internationalen Trackday der Sommersaison 2018 ein wenig präsentieren. Und uns gleichzeitig beim European Speed Club für die wirklich hochprofessionelle und vertrauensvolle Zusammenarbeit bedanken; der ESC hat mit der Organisation des Trackdays und seinem gewohnten Publikum wieder eine klasse Performance hingelegt. Seit Jahren hat sich die Partnerschaft bewährt, und wir freuen uns mächtig auf ebenso viele weitere Jahre.

Ab dem 7. Mai schlugen die Fahrerherzen der Mitglieder unseres exklusiven 7 Limited-Clubs, denen der Mugello-Trackday quasi gehörte, höher. An diesem Tag fand die individuelle Anreise statt, die im 4-Sterne-Hotel Monsignor della Casa Country Resort endete. Diese wunderschöne Unterkunft befindet sich in fast unmittelbarer Nähe -nur 10 Minuten entfernt- des Autodromo Internationale del Mugello und bietet Toskana pur. Eine Lage wie aus dem Bilderbuch, wunderschöne Zimmer und beste, wirkliche mediterran-italienische Küche, die keine Wünsche offen lässt.

Jeder Anreisende genoss den Blick und das Drumherum; so mancher nutzte seine Teilnahme an der 7 Limited-Veranstaltung, um Bella Italia ein wenig zu bereisen, und die Toskana ist dafür nun wirklich nicht der schlechteste Ort. Florenz mit seinen Kunstschätzen und der historischen Innenstadt, Pisas schiefer Turm oder einfach das Fahren durch die toskanische Landschaft, die Abstecher nach Verona zu Romeo und Julias berühmten Balkon - allein die nähere Umgebung zum Landstrich, der auch Mugello heißt, bietet Stoff für dramma, amore e passione.

Die nach und nach eintrudelnden Teilnehmer checkten im Hotel ein; mit dem herzlichen Willkommen am Nachmittag war es jedoch noch nicht vorbei. Das Welcome-Dinner am Abend machte uns sprachlos. La dolce vita, mamma mia, was für ein Essen! Mille Grazie, patrono, fantastico!

Mit gut gefülltem Magen war es dann aber doch recht schnell an der Zeit, ins Bett zu gehen. Denn am nächsten Morgen machte das Frühstück seinem Namen alle Ehre. Wer sich ausreichend stärken wollte für den 1. Trackday am 8. Mai, musste tatsächlich früh aufstehen, denn um 9 Uhr hieß es: Benvenuto al Mugello, selbstverständlich ausgestattet mit eigener 7 Limited-Teambekleidung wie Jacke, Polohemd und Sportshirt.

Unser durch Aston Martin Stuttgart bestens präparierter Aston Martin Racing GT4 wurde in unserem eigenen Trailer nach Mugello gebracht und stand den Teilnehmern exklusiv für die Runden zur Verfügung. Die Club-Teilnehmer, gleichzeitig auch Aston Martin-Kunden, erfuhren am Autodromo ein ausführliches Briefing. Das beinhaltete natürlich eine ausführliche Erklärung zum Fahrzeug, der Sitzposition, dem Helm und nicht zuletzt den Sicherheitsauflagen zur Rennstrecke. Bevor jeder Teilnehmer eigenständig seine Runden drehte, gab es ein oder zwei Einführungsrunden mit dem Coach und auf Wunsch auch später ein On Board-Coaching.

Um 16.30h endete der erste Trackday, nachdem jeder Teilnehmer in verschiedenen Zeitfenstern den Aston Martin GT4 ans persönliche Limit bringen durfte. Der Weg zum Monsignor war ja glücklicherweise nicht weit. Jeder war nach diesem erfolgreichen Auftakt nämlich rechtschaffen kaputt. Das hinderte uns natürlich nicht, am Abend erneut ein unglaubliches Dinner serviert zu bekommen. Che piacere!!

Nicht weniger spektakulär gestaltete sich Trackday 2, der 9. Mai. Bei besten Rennbedingungen wurden die Erfahrungen des Vortags weiter umgesetzt, die Rundenzeiten ausgereizt und tatsächlich echte Wettkampfluft geschnuppert. Denn am Folgetag, dem 10. Mai, legten mehrere Werksteams des MotoGP, der auch in Mugello gefahren wird, einen Testtag ein und belegten die Boxen vorab mit ihren vielen Motorrädern, ein reales Fahrerlager sozusagen. Yamaha, Aprilia, Honda, Ducati - das Who is Who des Motorradsports war da!

Jeder nahm seine ganz persönlichen Erfahrungen mit. Grandi emozioni, si, es war wunderschön, mit einer Legende -Aston Martin- auf einer Legende -Mugello- seinen Traum zu leben. Wer dieses Abenteuer erstmals erfahren durfte, hatte am Ende unseres Internationalen Trackdays durchaus mit seinen emozioni zu kämpfen, und wir sind sicher, sie wurden ganz fest im Herzen eingeschlossen.

Was soll man sagen? Wer den unglaublichen Circuit Mugello jemals befahren, erfahren und bestaunen durfte, wird dieses Erlebnis nie vergessen. Die malerischen Zypressen, die hinter fast jeder Kurve oder hinter jedem Hügel am Horizont auftauchen und den Kontrast zum schweißtreibenden Autorennsport beinahe unwirklich erscheinen lassen, das Rennerlebnis als solches, das an unseren beiden Trackdays angenehme Wetter - wir hatten definitiv wieder das Glück auf unserer Seite.

Am 9. Mai mussten alle Beteiligten leider schon wieder auschecken aus dem Monsignor Della Casa Country Resort - es sei denn, sie hatten noch Folge-Urlaubstage gebucht. Der Aston Martin GT4 wurde zurück auf die Reise nach Deutschland zum nächsten Einsatz geschickt.

Bei der individuellen Abreise waren die Koffer mit Sicherheit nicht nur mit Kleidung, sondern auch einem ganzen Haufen italienischer Lebensart, vita italiano, gefüllt. Dieser Internationale Trackday hat uns wirklich auf eine emotionale Reise geführt. Wir sagen Arrivederci Mugello, mille grazie, bleib wie du bist, wir kommen wieder!